4. Tag: Barranco Camp (3970m) – Barafu Camp (4540m)

Am nächsten Tag schien auch schon wieder die Sonne und ließ bereits am frühen morgen einen herrlichen Blick auf den Kibo zu. An diesem Tag ging es viel auf und ab. Gleich nach dem Start mussten wir den steilsten Abschnitt der gesamten Route überwinden, die so genannte Barranco Wall. 20070914-19_Kilimanjaro 245_s.jpg Hier haben wir ab und zu tatsächlich die Hände zum Festhalten benötigt, auch wenn es sich nicht um richtige Kletterpassagen gehandelt hat. Für uns waren das nur leichte Kletterpassagen, für die Porter jedoch eine Tortour. Dadurch, dass es ständig nieselte und alles im Nebel lag, mussten sie sich über die rutschigen Felsen quälen und dabei noch die Lasten auf ihren Köpfen tragen, wofür sie auch mindestens eine Hand benötigten, sodass nur eine zum Festhalten blieb. Das sind wahre Kletterkünstler, wirklich beeindruckend! 20070914-19_Kilimanjaro 253_s.jpg Im folgenden Verlauf haben wir mehrere Taleinschnitte gequert, immer weiter ging es berg auf und berg ab. Nach der Lunch-Pause, die mal wieder in strömendem Regen stattfand fehlte plötzlich ein Porter aus Godfreys Truppe. Er hatte mir bereits vorher erzählt wie gefährlich es ist für die Porter bei Regen zu Laufen, da sie ausrutschen könnten, aber das eigentlichgefährliche wäre, wenn sie vor Erschöpfung einschlafen und dann völlig durchnässt am Berg liegen und erfrieren. Also ging es erst einmal ohne Godfrey weiter nur mit Batchi als Führer, einen langen, nicht enden wollenden Bergkamm hinauf. In kleinen Schritten, pole pole, immerweiter steil bergauf. Zwischendurch hatte der Regen aufgehört, fing aber bald wieder an, was aber keine Rolle mehr spielte, da wir bereits völlig durchnässt waren. 20070914-19_Kilimanjaro 261_s.jpg Mittlerweile hatte uns auch Godfrey wieder eingeholt, der verschwundene Träger war – zwar völlig erschöpft, aber gesund und munter – wieder aufgetaucht. Nach einer Gehzeit von ca. 7 Stunden haben wir das Ziel, die Barafu Hut auf 4.600 Meter, erreicht. Dieses Camp, das übersetzt den Namen „Eis“ trägt, machte seinem Namen alle Ehre, es war eiskalt und wir sind komplett eingeschneit worden. 20070914-19_Kilimanjaro 269_s.jpg Dieses Camp ist Ausgangspunkt für die nächtliche Gipfelbesteigung. Nach dem Beziehen unserer Zelte und notdürftigen Aufhängen der nassen Klamottentreffen wir uns im Zelt um das weitere Vorgehen zu besprechen. Es erwartete uns ein kräftiges Abendessen, zum Auffüllen der Kohlenhydratspeicher gibt es Spagetti Bolognese und warmen Tee mit Keksen. 20070914-19_Kilimanjaro 279_s.jpg Danach habe ich mich eingepackt mit sämtlichen warmen Klamotten die ich dabei hatte und es wartete eine kurze Nacht (ca. 3 Stunden) im Zelt auf mich.

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