Cotopaxi 5.897 m

Der Ausgangspunkt ist ein bereits auf 4.500 m gelegener Parkplatz von dem aus der beschwerliche Aufstieg zur Hütte beginnt. Beschwerlich deshalb, da auf diesem Stück die gesamte Ausrüstung zum auf 4.800 m gelegenen Refugio „José Ribas“ getragen werden muss. Aufstieg zum Cotopaxi Refugio.jpg So werden die 300 Höhenmeter die über eine steile Rampe zurückgelegt werden anstrengender als man anfangs denkt. Besonders der eiskalte Wind erschwerte uns den Aufstieg noch.

Im Refugio angekommen hieß es dann erst einmal Schlafplätze sichern, was in dem Lager mit den dreistöckigen Betten schon alleine eine Herausforderung darstellte!
Danach haben wir es uns im Refugio selber bei einem heißen Tee gemütlich gemacht, unser Guide hat gekocht und uns mal wieder eine herrliche Suppe gezaubert, als Hauptgericht gab es diesmal – wie könnte es vor dem anstrengenden Aufstieg anders sein – Spagetti Bolognese!
Beim Essen tauchte auch Fredy, unser zweiter Guide für die Gipfelbesteigung, auf. Da die eigentliche Gipfelbesteigung in der Nacht stattfindet und die komplette Tour über einen Gletscher führt ist es unabdingbar, dass jeweils zwei Bergsteiger mit einem Guide in einer Seilschaft gehen.

Nachdem wir uns von 19:00 Uhr bis Mitternacht ein wenig Ruhe gegönnt haben – an Schlaf ist in dem überfüllten Schlafsaal und dem um die Hütte pfeifenden Wind nicht zu denken. Wichtig ist nur dem Körper ein wenig Ruhe zu gönnen bevor der Kräfte zehrende Aufstieg beginnt.
Nach einer kleinen Mitternachtsmahlzeit zur Stärkung beginnt dann der Aufstieg. Das Refugio gleicht einem Bienenschwarm, unzählige Bergsteiger schwirren durch die Gänge, suchen nach ihrer Gruppe und ihrem Guide und rüsten sich für den Aufstieg aus.
Empfehlenswert ist ein Mehrschichten-System, um gegebenenfalls eine Schicht ablegen zu können.
Unverzichtbar ist eine gute Stirnlampe mit einem hellen Lichtkegel, um den Aufstieg in der Nacht bewältigen zu können.
Außerdem benötigt man einen guten Schlafsack für die Nacht, es ist sehr kalt im Refugio. Weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände sind Klettergurt, Pickel, Steigeisen und warme, wind- und wetterfeste Kleidung. Was ebenfalls sehr hilfreich ist, sind dicke, warme Handschuhe und eine Gesichtsmaske, da besonders während dem Aufstieg in der Nacht der eisig kalte Wind sehr unangenehm ist.
Der Aufstieg von der Hütte aus dauert ca. 6-8 Stunden. Die ersten 20 Minuten bis zum Gletscher werden noch ohne Steigeisen und Pickel zurückgelegt, die restliche Ausrüstung wie Klettergurt, Gamaschen und warme Kleidung empfiehlt es sich schon in der Hütte anzuziehen. Am Gletscherrand werden dann mit klammen Händen in der Eiseskälte lediglich die Steigeisen angelegt und unser Guide hat meinen Vater und mich bei sich eingebunden, Fredy hat eine Seilschaft mit Joachim und Fintan gebildet.
Ab diesem Zeitpunkt ging es über den Gletscher beständig Berg auf…ganz langsam…Schritt für Schritt…im Lichtkegel der Stirnlampe nur die Füße des Vordermannes. Ich war so konzentriert auf meine Schritte, dass ich nicht oft Gelegenheit hatte aufzusehen. Wenn ich dies tat konnte ich über mir einen wunderschönen Sternenhimmel sehen und vor mir eine Lichterkette wie Glühwürmchen, die sich den steilen Hang hinaufschlängelte.

Aufstieg Cotopaxi.jpg

Und dann geht irgendwann das Gefühl für die Zeit verloren. Ein Schritt vor den anderen, die ersten Bergsteiger geben auf und kommen einem entgegen, es ist stockfinster, der eisige Wind bläst und nur die ständige Bewegung hilft einem dabei nicht ganz einzufrieren…
Glücklicherweise habe ich noch nie wirklich Probleme mit der Höhe gehabt, so kann ich eigentlich recht gemütlich den Hang hinaufstapfen und auf den Sonnenaufgang warten.
Und dieser kommt einem dann vor wie ein Wunder. Nach einem sechsstündigen Marsch durch die Finsternis wird es plötzlich hell, man erkennt die steile Gletscherwand die man hinaufläuft und sieht die anderen Bergsteiger um sich herum.

Aufstieg Cotopaxi Gletscher.jpg

Und dann dieser atemberaubende Moment wenn die Sonne aufgeht über den Wolken, der Himmel strahlend blau, das Weiß des Gletschers glitzert im Sonnenlicht und blendet in den Augen.

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Dann eine letzte Eisbrücke über eine tiefe Gletscherspalte und der Gipfel ist erreicht! Wenn dies auch ein wenig ernüchternd ist, da es einfach nichts weiter ist als eine schneebedeckte Kuppe ohne Kreuz oder anderen Hinweis auf den Gipfel. Aber es ist dennoch einfach überwältigend früh morgens nach dem nicht enden wollenden Marsch durch die Dunkelheit oben auf dieser Schneekuppe zu stehen und ins Tal hinabzublicken, über den Wolken und diesen Moment zu genießen.

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Man vergisst einen Moment einfach nur alles um sich herum, auch die Kälte, die sich aber – je länger man am Gipfel steht ohne sich zu bewegen – mehr und mehr bemerkbar macht.

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Daher geht es nach kurzem Aufenthalt und ein paar Gipfelfotos auch schon wieder an den Abstieg. Und besonders diesen Ausblick und die Aussicht werde ich in meinem Leben nicht vergessen: der sich vor dem strahlend blauen Himmel abhebende und im Sonnenlicht glitzernde schneeweiße Gletscher und darunter die hügelige Landschaft des Cotopaxi Nationalparks – wie im Traum, einzigartig schön und eben einfach zum Heulen, mir wären wirklich fast die Tränen gekommen so überwältigt war ich von dieser Schönheit!

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Dann stand uns noch der Abstieg bevor, der für manch einen nach dem Kräfte-Raubenden Aufstieg zum unüberwindbaren Hindernis wird.
Letztendlich haben wir es aber alle geschafft sowohl den Gipfel zu erklimmen als auch heil wieder im Refugio anzukommen. Ich war so aufgeregt und glücklich, dass ich trotz der Anstrengung nicht ruhig sitzen konnte.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen kurzen Stopp an der am Fuße des Vulkanes Rumiñahui           gelegenen Limpiopungo-Lagune           gemacht bevor es zurück nach Quito ging.

Ecuador & Galápagos

Ecuador: Cotopaxi & Galapagos

Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru. Das Land ist nach der Äquatorlinie benannt die durch dieses verläuft. Die im pazifischen Ozean ca. 1000 km westlich von der Küste entfernt liegenden Galápagos-Inseln gehören zu Ecuador. Die Hauptstadt Quito liegt auf 2.850 m Höhe im Andenhochland, auch Sierra genannt. Das faszinierende an dieser Stadt ist nicht nur die Höhe sondern auch die Lage, sie erstreckt sich über unzählige Kilometer zwischen zwei Andenketten.

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Besonders der ärmere, südliche Teil der Stadt ist abends ein nicht enden wollendes Lichtermeer. Alleine schon die Ankunft im Flieger ist gigantisch, da der Flughafen in mitten der Stadt liegt und man quasi direkt über den Dächern Quitos einfliegt und dann inmitten des Lichtermeeres landet.

Ecuador ist eines der in vielerlei Hinsicht vielfältigsten Länder der Welt – es existieren vier völlig unterschiedliche geographische Zonen:

* Costa: westlicher Küstenbereich
* Sierra: zentrale Andenregion
* Oriente: östliches Amazonas-Tiefland
* Galápagos-Archipel

Wir haben während unserer Ecuador Reise zwei dieser Regionen kennen gelernt, nämlich in der ersten Woche die Gebirgsregion und in der zweiten Woche die Galápagos-Inseln.

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* Quito und Umgebung: Mitad del Mundo, Thermen in Papallacta, Klettern und Samstagsmarkt in Otavalo
* Sierra: Trekking
* Galápagos-Inseln

Am ersten Wochenende haben wir Quito näher erkundet und direkt am ersten Tag auch sehr unschöne Erfahrungen gemacht. Mir war nicht bewusst, dass Ecuador schon länger nicht mehr zu den sichereren Ländern in Ecuador zählt und besonders die großen Städte wie Quito und Guayaquil so gefährlich sind. Dies war der einzige Faktor auf der Reise der das Ganze etwas beeinträchtigt hat.

In der ersten Woche waren wir in den Bergen unterwegs und ich habe die Chance genutzt mit unserem erfahrenen Guide sowohl Quitos Umgebung als auch die Bergwelt zu entdecken und einen der höchsten, noch aktiven Vulkane der Welt zu erklimmen: den Cotopaxi (5.987 m).

In der zweiten Woche stand dann eine Schiffstour durch den Galápagos-Archipel auf dem Programm, ein langer Traum wurde Wirklichkeit!

Wer nach Ecuador reist dem kann ich auch verschiedene Tipps bzgl. Reiseführer geben:

Vergleich Reiseführer

Eindrücke aus Quito und Umgebung:

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